Donnerstag, 28. August 2014

2014.08.27

Man kann einen wahren Satz aussprechen, aber nicht beweisen, dass er tatsächlich wahr ist. Wenn man davon ausgeht, dass unsere Erfahrungen und Empfindungen nicht wahr sein können so wie wir sie empfinden, kann es auch nicht möglich sein, eine Wahrheit zu beweisen. Denn wir können einfach nicht wissen, ob es wahr ist. Dies trifft auch auf die Theorie der Wissenschaft zu.
Anders als die absolute Wahrheit, wie etwas tatsächlich ist, ist also die persönliche Wahrheit das, was wir als wahr empfinden. Es bedeutet nicht, dass es die absolute Wahrheit nicht gibt. Es bedeutet nur, dass sie sich unserer Wahrnehmung entzieht.

Kritischer Rationalismus (Wikipedia):
"Er argumentiert gegen den Wahrheitsskeptizismus mit dem Einwand, dass es rational sinnvoll ist, eine Theorie versuchsweise als wahr zu akzeptieren, wenn man sie kritikoffen vertritt und gegen ihre Haltbarkeit (bisher) keine Argumente gefunden wurden."

Wenn dann doch eine Theorie sich als falsch erweist, könnte daraus eine neue, wahre Theorie entstehen, eine neue, wahre Konsequenz. Platt gesagt: Aus Fehlern lernt man. Wenn man Fehler annehmen kann und sich traut, auf ihnen aufzubauen. Worauf ich hinaus will: Wir vergessen zu oft, dass unsere eigene Wahrheit keine universelle, absolute Wahrheit ist und somit nicht für jeden gelten kann. Denn so individuell wie wir sind, so sind es auch unsere Wahrheiten. (Kurz weiter gesponnen: Je weniger 'individuell' Jemand ist, wie individuell sind dann seine Wahrheiten?)

Wir sind der Auffassung, weil etwas einmal so war, wird es immer so sein. Unsere persönliche Wahrheit ist allerdings so wandelbar, wie wir selbst. Man könnte allerdings auch sagen, die persönliche Wahrheit ist kontinuierlich widerleg- und neu aufstellbar. Es ist nicht leicht, seine eigene Wahrheit immer wieder einzureißen und neu aufzubauen, doch ansonsten steckt man fest. Es ist schon fast Gewohnheit von uns, festzustecken in unseren persönlichen Wahrheiten.
Wir werden nicht reifer, sondern nur älter.

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